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Pfarreiengemeinschaft Wald-Zell
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700 Jahre Pfarrei Zell: Bewegte Geschichte lebendig vermittelt

Ein gut gefüllter Saal im Gemeindehaus Martinsneukirchen zeugte am Sonntag, 19. April, vom großen Interesse an der Geschichte der Pfarrei Zell. Rund 70 Zuhörer waren gekommen, um den Vortrag von Dr. Manuela Daschner zu verfolgen, der im Rahmen des Jubiläumsjahres „700 Jahre Pfarrei Zell und 140 Jahre Pfarrkirche“, stattfand. Unter dem Titel „Historie – sieben Jahrhunderte bewegte Geschichte“ spannte die Referentin einen weiten Bogen von den Anfängen im Mittelalter bis in die Neuzeit.

Gleich zu Beginn erläuterte Daschner die aufwendige Recherchearbeit. Historische Quellen seien oft lückenhaft, erklärte sie, und müssten wie ein Puzzle aus unterschiedlichsten Archiven und Dokumenten zusammengesetzt werden. Trotz dieser Herausforderungen gelang es ihr, die Entwicklung der Pfarrei Zell anschaulich und detailreich darzustellen.

Im Mittelpunkt ihres einstündigen Vortrags stand die wechselvolle Geschichte der Region. Ausgehend vom 14. Jahrhundert mit dem Pfarreienverzeichnis von 1326 und der Bedeutung der Burg Lobenstein führte sie durch die Wirren der Hussitenkriege und die Zeit der „Hofer von Lobenstein“. Auch die Glaubensspaltung und die Teilung des Ortes im 16. Jahrhundert nahm breiten Raum ein. So wurde Zell nachweislich 1538 in Oberzell und Unterzell geteilt – eine Grenze, die bis 1808 Bestand hatte.

Einen eindrucksvollen Einblick bot die Darstellung des 17. Jahrhunderts, das stark vom Dreißigjährigen Krieg geprägt war. Plünderungen, Brandschatzungen und Truppendurchzüge hinterließen ihre Spuren. Nicht unbedingt durch den Kampf, sondern durch dessen Folgen: Seuchen, Unterernährungen und Infektionen – kostete ein Drittel der Bevölkerung das Leben. Auch kirchliche Veränderungen blieben nicht aus: Nach der Flucht des Pfarrers im Jahr 1632 übernahm das Kloster Frauenzell die Seelsorge, bevor die Pfarreien schließlich inkorporiert wurden.

Im 18. Jahrhundert standen zahlreiche Kirchenbauten und Erweiterungen im Fokus, während das 19. Jahrhundert von Reformen und Umbrüchen geprägt war. Die Säkularisation brachte tiefgreifende Veränderungen mit sich, darunter die Neuordnung der Pfarreien und die Auflösung von Klöstern. Besonders die Eingliederung von Martinsneukirchen als Filiale der Pfarrei Zell führte über Jahrzehnte hinweg zu Spannungen, die erst im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts abklangen.

Anschaulich untermauert wurde der Vortrag durch Kartenmaterial, das die Entwicklung von Ortsnamen, Pfarreigrenzen und Adelssitzen verdeutlichte. Auch die Geschichte der Burg Lobenstein sowie die politischen Einflüsse der Oberpfalz und des Hausvertrags von Pavia fanden Beachtung.

Zum Neubau der Pfarrkirche im 19. Jahrhundert verwies die Referentin auf eine kommende Festschrift, die es am 7. Juni beim Pfarrfest zu erwerben gibt und weitere Einblicke bieten wird. Der aktuelle Vortrag habe bewusst den Schwerpunkt auf die 700-jährige Geschichte der Pfarrei gelegt, während die Kirche selbst im Rahmen einer weiteren Kirchen-Führung im Oktober näher betrachtet werde.

Zum Abschluss bedankte sich Dr. Manuela Daschner beim Publikum für das große Interesse. Die Zuhörer honorierten das Gehörte mit langanhaltendem Applaus. Der Vortrag machte deutlich, wie facettenreich und lebendig die Geschichte der Pfarrei Zell ist – und wie sehr sie die Region bis heute prägt. In der anschließenden Fragerunde an sie, gab es noch einige interessante Antworten.

Auch Dekan Ralf Heidenreich zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Rednerin. Er würdigte insbesondere die intensive und detailreiche Recherchearbeit: „Hut ab und Vergelt’s Gott für diesen Einsatz.“ Zudem dankte er dem Festausschuss-Team für die Bewirtung mit Getränken und Kaffee.

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